Von der Kinderidee zur Veränderung im Schulalltag

In Kleingruppen nahmen die Schülerinnen der OVS Am Kaisermühlendamm die „Sieben guten Gründe, die Natur zu schützen“ unter die Lupe, diskutierten ihre Bedeutung und überprüften gemeinsam mit zwei Experten die wissenschaftlichen Hintergründe.
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Vor einem Jahr formulierten rund 900 Wiener Kinder „Sieben gute Gründe, die Natur zu schützen“. Am Internationalen Tag der Demokratie wurden ihre Ideen nun weitergeführt: Rund 100 Schüler*innen der OVS Am Kaisermühlendamm prüften die sieben Gründe gemeinsam mit einem Wissenschafter und einem Experten aus dem Umweltbereich und entschieden anschließend selbst, welchen davon sie an ihrer Schule weiterverfolgen und bis zur Demokratiewoche Ende Oktober konkret umsetzen wollen. So wird aus Kindermeinungen ein nächster Schritt: wissenschaftlich begleitet, demokratisch entschieden und im Schulalltag weitergetragen.
Wien, 15. September 2026 – Vor einem Jahr formulierten rund 900 Wiener Kinder „Sieben gute Gründe, die Natur zu schützen“. Am Internationalen Tag der Demokratie wurden ihre Ideen nun weitergeführt: Rund 100 Schüler*innen der OVS Am Kaisermühlendamm prüften die sieben Gründe gemeinsam mit einem Wissenschafter und einem Experten aus dem Umweltbereich und entschieden anschließend selbst, welchen davon sie an ihrer Schule weiterverfolgen und bis zur Demokratiewoche Ende Oktober konkret umsetzen wollen. So wird aus Kindermeinungen ein nächster Schritt: wissenschaftlich begleitet, demokratisch entschieden und im Schulalltag weitergetragen.

Bäume geben Tieren ein Zuhause und Menschen Luft zum Atmen. Natur weckt Neugier. Und in der Natur fühlen wir uns wohl. Das sind drei der „Sieben guten Gründe, die Natur zu schützen“, die rund 900 Wiener Kinder im vergangenen Jahr im Rahmen des Biodiversitätsprojekts Breitenlee formuliert haben.
Ein Jahr später, am 15. September 2026, kamen diese Gedanken zurück auf den Prüfstand. Gemeinsam mit Harald Wilfing, Humanökologe an der Universität Wien, sowie Josef Mikocki von der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22) gingen rund 100 Schüler*innen der OVS Am Kaisermühlendamm der Frage nach, was wissenschaftlich hinter den „Sieben guten Gründen“ steckt und was davon an ihrer eigenen Schule umgesetzt werden kann.

„Kinder zu beteiligen heißt nicht nur, ihnen zuzuhören. Entscheidend ist, was danach mit ihren Ideen passiert. 900 Kinder haben uns im vergangenen Jahr sieben gute Gründe mitgegeben. Jetzt führen andere Kinder diese Gedanken weiter, prüfen sie mit der Wissenschaft und entscheiden selbst, was davon an ihrer Schule Wirkung entfalten soll. So wird aus Zuhören tatsächliche Mitgestaltung“, erklärt Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendbüros der Universität Wien, das das Projekt im Auftrag der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22) umsetzt.

Richtig, falsch oder weiß man es noch nicht?

In Fünferteams nahmen die Volksschüler*innen die „Sieben guten Gründe“ unter die Lupe. Für jede Aussage blieben 60 Sekunden: richtig, falsch oder weiß man es noch nicht? Danach lösten die beiden Experten im Dialog auf, ordneten die Antworten wissenschaftlich ein und zeigten, wo die Forschung klare Antworten gibt und wo noch Fragen offen sind.

Auf den Faktencheck folgte die gemeinsame Entscheidung: Welcher der sieben Gründe ist für die eigene Schule besonders wichtig und welcher soll in den kommenden Wochen weiterverfolgt werden?
Die Wahl fiel auf „Alle haben ein Recht auf Freiheit“. Dahinter steht ein Gedanke, den viele Kinder teilten: Tiere und Pflanzen brauchen Raum, um sich frei zu entwickeln und ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten. Mit dieser Entscheidung beginnt zugleich die nächste Phase des Projekts: In den kommenden Wochen entwickeln die Schüler*innen konkrete Ideen, wie dieser Schwerpunkt im Schulalltag sichtbar werden kann. Erste Ergebnisse werden im Rahmen der Demokratiewoche Ende Oktober an der Schule präsentiert.

Für Petra Feldhofer-Mahmoudian, Direktorin der OVS Am Kaisermühlendamm, liegt darin auch eine wichtige Erfahrung demokratischer Mitgestaltung: „Für uns als Schule ist wichtig, dass Kinder erleben, dass ihre Ideen zählen und etwas verändern können. Demokratie wird dann verständlich, wenn sie im Alltag erfahrbar wird – wenn gemeinsam diskutiert, entschieden und Verantwortung übernommen wird.“

Sieben gute Gründe wirken weiter

Für die Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22) ist der Schutz der biologischen Vielfalt eine zentrale Aufgabe für eine lebenswerte Stadt. Dazu gehört auch, Wissen über Biodiversität früh zugänglich zu machen und zu zeigen, wie eng Natur, Stadt und eigener Alltag miteinander verbunden sind. Genau hier setzt das gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro umgesetzte Projekt an: Die „Sieben guten Gründe“ der Kinder werden mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft und in konkrete Handlungsmöglichkeiten am Schulstandort übersetzt.

„Biodiversität zu schützen heißt, Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für den eigenen Lebensraum zu übernehmen. Wenn Kinder früh erfahren, welche Bedeutung biologische Vielfalt für ihre Stadt und ihren Alltag hat, schaffen wir eine wichtige Grundlage dafür, Natur auch langfristig zu schützen“, sagt Josef Mikocki von der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22).

Weitere Informationen
Biodiversitätsprojekt des Kinder- und Jugendbüros der Universität Wien:

Kinder-Botschaft zu Natur- und Umweltschutz der Stadt Wien:
Über das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien

Über das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien                                       
Das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien entwickelt seit 2006 innovative Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche an der Schnittstelle von Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft – mit dem Ziel, Zukunftskraft zu stärken, jungen Menschen Mut zu machen und Chancen zu eröffnen.            
Zu den bekanntesten Programmen zählt die KinderuniWien, die seit 2003 jährlich tausende Kinder für Forschung, kritisches Denken und wissenschaftliche Neugier begeistert: Über 100.000 junge Menschen haben seither die Möglichkeit genutzt, Universitätserfahrung zu sammeln.
Darüber hinaus setzt das Kinder- und Jugendbüro vielfältige Angebote in den Bereichen Wissenschaftsvermittlung, Klima-, Demokratie-, Medien- und Finanzbildung sowie Kinderbetreuung und Vereinbarkeit – darunter Formate wie Kinderuni on Tour, kinderuni.online, die flexible Betreuung Flying Nanny oder Workshops für Schulklassen. Als Spin-off der Universität Wien versteht sich das Kinder- und Jugendbüro als Impulsgeber für neue Lern- und Erfahrungsräume, die Vielfalt respektieren und Bildungsgerechtigkeit stärken.                              
Weitere Informationen finden sich unter
www.kinderjugendbuero.at sowie www.kinderuni.at.

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