Vom Donaukanal bis nach Baku: Drei Jahre DOCK for Change Wien, 21. Oktober 2026 – 893 Veranstaltungstage, 23.289 Teilnehmende und über drei Jahre gemeinsames Arbeiten an Zukunftsfragen: DOCK for Change, ein Projekt des Kinder- und Jugendbüros der Universität Wien, brachte Kinder und Jugendliche mit Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Entstanden sind konkrete Projekte und Bildungsmaterialien – viele davon stehen nun kostenlos für Schulen, Workshops und andere Bildungsangebote zur Verfügung. Ein Kind stellt eine Frage zur Stadt von morgen. Eine Forscherin hört zu. Jemand skizziert eine Idee, jemand widerspricht, es wird weiterdiskutiert und weitergefragt. So arbeitete DOCK for Change: Mit den Fragen junger Menschen als Ausgangspunkt und der gemeinsamen Suche nach möglichen Antworten. Mehr als dreieinhalb Jahre lang brachte das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien mit DOCK for Change Kinder, Jugendliche und Expert*innen am Wiener Donaukanal zusammen. Im Mittelpunkt standen Zukunftsthemen wie Mobilität, Energie oder Demokratie – wie zum Beispiel beim Jahresthema „Stadtnatur zum Staunen“: 93 Kinder aus vier Wiener Volksschulen beschäftigten sich mit Biodiversität und der Frage, wie Grün- und Blauräume in der Stadt künftig aussehen könnten. Sie brachten eigene Beobachtungen und Fragen ein, diskutierten sie mit Fachleuten und entwickelten daraus eine gemeinsame Zukunftsvision und ein Manifest. Im Anschluss präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse auf großer Bühne. „Jetzt, wo ich die gute Zukunft gesehen habe, bin ich motiviert weiterzumachen“, beschrieb Alba (elf Jahre), was davon hängen blieb. Als "Change Agents" zur UN-Klimakonferenz in Baku 23.289 Teilnahmen an 893 Veranstaltungstagen zeigen die Dimension von DOCK for Change. Mehr als 15.500 entfielen auf Kinder und Jugendliche. Dazu kamen über 7.700 Erwachsene: sogenannte Mutmachpartner*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ebenso wie Eltern, Pädagog*innen und Stakeholder*innen. Genau diese Mischung war Teil des Konzepts: Junge Ideen trafen auf Fachwissen, Erfahrung und Entscheidungspraxis. Eine besondere Rolle spielten dabei die Change Agents: Kinder und Jugendliche, die über längere Zeit mitarbeiteten, Themen mitbestimmten und ihre Ideen gemeinsam mit Expert*innen weiterentwickelten. Ihre Positionen blieben nicht im Workshopraum. Sie wurden bei großen Abschlusskonferenzen und im persönlichen Austausch mit Entscheidungsträger*innen präsentiert. Jugenddelegierte trugen ihre Botschaften sogar bis zur UN-Klimakonferenz COP29 in Baku. „Wir haben es in der Hand“, brachte ein Change Agent diese Erfahrung auf den Punkt. Für Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendbüros der Universität Wien, liegt darin die Stärke des Projekts: „Kinder und Jugendliche haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie sie leben wollen – und oft einen viel unvoreingenommeneren Blick auf Lösungen als Erwachsene. Unsere Aufgabe war es nicht, ihnen Antworten vorzugeben, sondern Räume zu schaffen, in denen sie ihre Ideen prüfen, weiterentwickeln und mit Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in Dialog treten können. Entscheidend ist, dass junge Menschen erleben: Ihre Gedanken bleiben nicht folgenlos.“ Aus Erfahrungen werden Werkzeuge für andere Die Materialien, die im DOCK entstanden, sind so aufbereitet, dass sie heute kostenlos für Schulen, Workshops und andere Bildungsangebote zur Verfügung stehen: Zukunftsvisionen, Videos, Reports, Mitmach-Formate, ein Forschungspaket für Schulklassen und die „Science Snacks“ – kurze Hands-on-Experimente zu Klima, Natur, Rohstoffen und Energie. Ein Positionspapier zu Co-Creation bündelt außerdem, was das Team in dreieinhalb Jahren über gute Beteiligungsprozesse gelernt hat. Zehn Grundsätze zeigen, worauf es ankommt, wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven gemeinsam an einer Frage arbeiten: zuhören, Verantwortung teilen, unterschiedliche Sichtweisen ernst nehmen und genügend Zeit lassen, damit aus ersten Ideen etwas Tragfähiges entstehen kann. „Klimaschutz braucht nicht nur technologische Lösungen, sondern Menschen, die Veränderungen verstehen und mittragen. Wer junge Menschen früh einbindet, schafft dafür eine wichtige Grundlage. DOCK for Change hat gezeigt, wie Klimawissen mit praktischem Ausprobieren und echter Beteiligung verbunden werden kann und wie aus einem geförderten Projekt Erfahrungen und Werkzeuge entstehen, die auch andernorts weiter genutzt werden können“, sagt Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. Das Projekt endet – die Ideen bleiben Mit dem Ende des Projekts ist diese Arbeit nicht vorbei. Das DOCK am Wiener Donaukanal bleibt als Lern-, Arbeits- und Begegnungsort für Workshops, WebLabs, Vernetzung, Co-Working und Veranstaltungen bestehen. Alle Materialien, Methoden und Publikationen aus DOCK for Change stehen kostenlos unter https://dock.at/dockforchange/ zur Verfügung, einige davon zusätzlich auf Englisch. DOCK for Change wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der ersten Ausschreibung Co-Creation-Spaces Klima & Energie durchgeführt.