Warum junge Menschen heute anders auf Zukunft vorbereitet werden müssen Mit neuem Namen und Claim macht das Kinderbüro der Universität Wien sichtbar, wie sich seine Arbeit in den vergangenen 20 Jahren verändert hat: Künftig tritt das Unternehmen als Kinder- und Jugendbüro auf. Hintergrund ist ein Bildungsverständnis, das junge Menschen nicht nur für Wissenschaft begeistern, sondern sie auch im Umgang mit gesellschaftlichem Wandel stärken will.  In den 20 Jahren wurden mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Themen der Wissenschaft erreicht. Diese Erfahrung stärkt das Team an 50 Angestellten und mehr als 100 freien Mitarbeitenden, die jährlich mit 800 Wissenschafter*innen zusammenarbeiten, in ihrer Perspektive auf die Zukunft: „Mit uns wächst Zukunftskraft!“ Junge Menschen wachsen in einer Welt permanenter Veränderungen auf – geprägt von Krisen, Unsicherheiten und Informationsflut. Inmitten dieser Dynamiken wird es immer schwieriger, Orientierung zu finden, Zusammenhänge einzuordnen und Zuversicht für die eigene Zukunft zu entwickeln. „Die zentrale Bildungsfrage unserer Zeit lautet nicht mehr nur, was junge Menschen lernen, sondern wie sie lernen, mit vielfältigen Unsicherheiten, zunehmender Komplexität und laufenden Veränderungen umzugehen“, schildert Geschäftsführerin Karoline Iber Mit Zukunftkraft: Bildung für eine Welt im Wandel In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Unternehmen durch seine Initiativen nicht nur wichtige Bildungsarbeit für die Jüngsten gestaltet und vorangetrieben, sondern auch Wandel hautnah miterlebt So weiß das Kinderbüro, dass viele Fragen, die junge Menschen beschäftigen, nicht mit dem Kindesalter enden. Das spiegelt sich nun auch im neuen Namen wider: Aus dem Kinderbüro wird das Kinder- und Jugendbüro der Universität Wien. Das Fazit aus 20 Jahren zeigt sich im neuen Claim „Mit uns wächst Zukunftskraft. Neues denken. Mut machen. Chancen stärken.“ „Wir bereiten nicht auf eine bestimmte Zukunft vor“, sagt Iber„Wir möchten junge Menschen mehr denn je ermutigen und das Vertrauen geben, dass sie Zukunft mitgestalten können.“ Neu denken, Mut machen, Chancen stärken: KinderuniWien und 20 Jahre Bildungsinnovation Begonnen hat alles im Jahr 2003 mit einer einfachen Idee: Universitäten für Kinder zu öffnen. Seither diskutieren jedes Jahr tausende Kinder in Hörsälen, stellen Forschenden Fragen und beschäftigen sich mit Themen wie schwarzen Löchern, Demokratie oder künstlicher Intelligenz. Insgesamt haben bereits mehr als 100.000 Kinder an der KinderuniWien teilgenommen. Mit rund 4.500 Teilnehmenden jährlich zählt sie zu den bedeutendsten Initiativen für universitäre Wissenschaftsvermittlung in Europa. „Besonders schön ist es, wenn Kinder, die mit ihren Familien durch Kinderuni die Universität erstmals erlebt haben, Jahre später als Studierende oder junge Erwachsene zurückkehren“, sagt Iber„Dann sieht man, was entstehen kann, wenn Kinder früh erleben, dass Wissenschaft und Universität auch etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun haben.“ Warum Jugend heute mitgedacht wird 2006 wurde mit der Gründung des Kinderbüros die Grundlage geschaffen, diese Idee langfristig weiterzuentwickeln. Aus einem kleinen Team entstand über die Jahre ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden und mehr als 100 freien Mitarbeiter*innen. „Neu Denken“ ist nicht nur eine Ansage, sondern Programm in allen Bereichen:  Die Flying Nannys schaffen gemeinsam mit über 30 Partnerunternehmen Betreuungsangebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf. Die Kindergruppen entwickeln für den Wissenschaftsbetrieb Universität neue elementarpädagogische Angebote. Neu gedacht wird auch im DOCK – Labor für Zukunftsfragen in dem jährlich rund 5.000 Kinder und Jugendliche in 200 Schulklassen zu Themen wie Klima, Demokratie, Digitalisierung und Ökonomie erreicht werden. Das DOCK etabliert sich als Ort für Dialog und Begegnung und für das gemeinsame Gestalten (CoCreation) zwischen Expert*innen und Kindern und Jugendlichen. Mut machen wird in Projekten wie Kinderuni on Tour besonders sichtbar.  Wissenschaft wird direkt in öffentliche Räume gebracht – etwa in Wiener Parks – und hat bisher mehr als 20.000 Kinder erreicht, die sonst keinen Zugang zu solchen Bildungsangeboten hätten.   Gleichzeitig rückten auch Jugendliche und ihre Lebensrealitäten stärker in den Fokus etwa mit dem UniClub, der Jugendliche mit Flucht- und Migrationsbiografie bis zur Matura begleitet. Im UniClub wird deutlich, was mit Chancen stärken gemeint ist. „Uns ist sehr früh bewusst geworden, dass Bildungsbarrieren sehr unterschiedlich aussehen können“, sagt Iber„Jedes unserer Projekte ist aus einem konkreten gesellschaftlichen Bedarf entstanden.“ Von Wien in die Welt Inspiration, Austausch und Lernen passiert für das Kinder- und Jugendbüro auch international: Als Geschäftsstelle des europäischen Netzwerks EUCU.NET mit Partnern in 33 Ländern und mit bislang 20 EU-Projekten beteiligt sich das Kinder- und Jugendbüro aktiv am internationalen Bildungsdiskurs – aktuell etwa zu Klimabildung, Erinnerungsarbeit oder künstlicher Intelligenz in der Elementarpädagogik. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Fähigkeiten junge Menschen brauchen, um sich in einer Welt permanenter Veränderungen orientieren zu können. Beteiligung, kritisches Denken und „Futures Literacy“ – also die Fähigkeit, Zukunft einzuordnen und mitzugestalten – bilden dafür die Grundlage. Trotz aller Weiterentwicklung bleibt ein Grundgedanke seit mehr als 20 Jahren unverändert: Bildung und gesellschaftliche Teilhabe dürfen nicht vom sozialen oder ökonomischen Hintergrund abhängen. Geblieben ist auch jener Gedanke, der schon die erste KinderuniWien geprägt hat: jungen Menschen Räume zu öffnen, in denen Fragen erlaubt sind, in denen Neues gedacht werden darf und kritische Stimmen gehört werden. „Vielleicht steht deshalb bis heute über all unseren Projekten ein unsichtbares Schild“, sagt Iber mit einem Augenzwinkern: „Betreten auf eigene Inspiration!“