Warum Transformation nicht endet und Lernen zum Arbeitsalltag wird Wien, 27. Jänner 2026 – Kompetenzen verändern sich heute dreimal so schnell wie noch vor zehn Jahren, Führungskräfte kämpfen mit Überforderung und Werte entscheiden zunehmend über Arbeitgeberwahl und Loyalität. Der HR Inside Trendreport 2026, der zum zweiten Mal von Zukunftsforscher Franz Kühmayer gemeinsam mit den Initiatorinnen des HR Inside Summits entwickelt wurde, zeigt, wie Unternehmen auf diese Entwicklungen reagieren müssen – und welche Schlüsselrolle HR als Kompass und zentrale Gestalterin einer permanenten Transformation einnimmt. „Stabilität ist eine Illusion. Gerade in der Krise braucht es Mut: Wenn die Zukunft gelingen soll, braucht es klare Visionen und unternehmerische Kompetenzen“, sagt Zukunftsforscher Franz Kühmayer anlässlich der Präsentation des HR Inside Trendreports 2026. Veränderung sei demnach kein Ausnahmezustand mehr, sondern die neue Normalität. Unternehmen müssen lernen, handlungsfähig zu bleiben, ohne Orientierung oder Identität zu verlieren. Für Victoria Schmied, Initiatorin des HR Inside Summits, ist klar: „Die Zukunft von Arbeit wird daran gemessen, wie mutig wir Transformation gestalten und wie lernfähig Organisationen sind. Das gilt heute als härteste Währung der Wettbewerbsfähigkeit und wird daher auch zum Maßstab, an dem sich HR messen lassen muss.“ Primäres Ziel von HR müsse es daher sein, Veränderungsfähigkeit im Unternehmen systematisch aufzubauen und als neue Norm zu verankern. Lernen als entscheidender Wettbewerbsfaktor Besonders drastisch wird der Paradigmenwechsel beim Thema Lernen. Fähigkeiten, die früher vier bis sechs Jahre gültig waren, verändern sich heute in Intervallen von zwölf bis achtzehn Monaten. Prognosen des World Economic Forum zufolge werden bis 2030 rund 39 Prozent der heutigen Kompetenzen obsolet oder grundlegend transformiert sein. „Die Gewinner:innen dieser permanenten Transformation sind jene Unternehmen, die am schnellsten lernen“, betont Kühmayer. „Es zählt immer weniger: Wer hat das größere Budget? Wer hat mehr Spezialist:innen? Sondern: Wer kann besser lernen?“ Lernen wird damit zur zentralen Ressource der Zukunftsfähigkeit. Da Lernen zunehmend in die Arbeit integriert ist, braucht es neue Lernarchitekturen, die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen. Künstliche Intelligenz könne dabei helfen, repetitive Tätigkeiten zu automatisieren, was Freiraum für qualitätsvolle Entwicklung schafft. „Der Beitrag von HR entscheidet sich nicht über Trainingsmaßnahmen oder Schulungsprogramme, sondern ob es gelingt, Lernen als ständiges Betriebssystem zu verankern“, so Kühmayer. Arbeit neu denken: Von Stellen zu Fähigkeiten Ein zentraler Hebel: der Übergang von klassischen Jobprofilen hin zu kompetenzbasierten Modellen, die Talente flexibel dort einsetzen, wo sie strategisch gerade gebraucht werden. Tatsächlich sind Unternehmen, die Arbeit nach Fähigkeiten statt nach Stellenprofilen gestalten, um 52 Prozent innovativer und reagieren um 57 Prozent schneller auf Marktveränderungen (Quelle: Deloitte, The skills-based organization, 2022). Klassische Karrierewege geraten dabei unter Druck. HR muss daher neue Modelle für Laufbahnen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten schaffen. HR als Hüterin von Führungsqualität Auch Führung verändert sich grundlegend: Authentizität, Selbstreflexion und Beziehungsarbeit sind keine „weichen Themen“ mehr, sondern entwickeln sich zu harten Leistungskriterien. Führungskräfte müssen Orientierung geben und zugleich Kontrolle dort abgeben, wo Expertise liegt. Die Realität hinkt jedoch hinterher: Nach wie vor fühlen sich 31 Prozent der Mitarbeitenden stark kontrolliert (Quelle: ADP Research, People at work, 2025). „Hier braucht es ein radikales Umdenken in den Führungsebenen“, ist Schmied überzeugt. Gefragt sind Fähigkeiten wie Ambiguitätstoleranz sowie die Fähigkeit, trotz Unsicherheiten handlungsfähig zu bleiben. „Führungskräfte müssen nicht alles wissen, aber sehr wohl, wie gut geführt wird“, sagt Kühmayer. Psychische Gesundheit wird zum ökonomischen Faktor Mit der steigenden Dynamik wächst auch die psychische Belastung: Technostress, Informationsüberlastung und kognitive Erschöpfung prägen den Alltag vieler Beschäftigten. HR muss Arbeitsumfelder und Lernarchitekturen daher so gestalten, dass sie Entwicklung ermöglichen, ohne zu überfordern. „Themen wie mentale Gesundheit, Resilienz und nachhaltige Leistungsfähigkeit werden zu essenziellen wirtschaftlichen Stabilitätsfaktoren – ebenso wie Haltung und gelebte Werte“, so Schmied. Werte als stabilisierendes Fundament Werte stiften Orientierung und schaffen psychologische Sicherheit. Erfolgreiche Unternehmen verstehen Wertearbeit daher längst als Dauerauftrag. Mitarbeitende, die im Arbeitsalltag erleben, dass Unternehmenswerte von Hochglanzdarstellungen abweichen, zeigen eine um 16 Prozent geringere Leistungsbereitschaft (Quelle: Future of Work Research Lab, The Road Ahead, 2025). Besonders die Generationen Z und Alpha wählen Arbeitgeber nach ihrer Werteorientierung: Fast die Hälfte (48 Prozent) würden ein Jobangebot ablehnen, wenn soziale und ökologische Werte nicht zu den eigenen passen. Teams mit hohem Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen reagieren nachweislich schneller auf Veränderungen und verfügen über eine höhere kollektive Problemlösungsfähigkeit, betonen Kühmayer und Schmied mit Blick auf die aktuelle Studienlage. Smart Digital HR zur Entlastung überforderter HR-Abteilungen „Wer sich jetzt fragt, was HR eigentlich noch alles schultern soll, fragt zurecht“, gibt Schmied zu bedenken. Viele HR-Abteilungen sind stark belastet. Smart Digital HR – der gezielte Einsatz digitaler Tools und KI – bietet eine zentrale Lösung. Doch nur 35 Prozent der HR-Professionals fühlen sich ausreichend auf KI vorbereitet, 63 Prozent trauen sich nicht zu, die digitale Transformation aktiv zu führen. Der Trendreport formuliert daher einen klaren Auftrag: HR muss auch intern technologische Kompetenzen massiv auf- und ausbauen, um die eigene Rolle als wichtige Transformationsgestalterin wahrnehmen zu können. Der aktuelle HR Inside Trendreport 2026 steht allen Interessierten ab sofort kostenlos unter www.hrsummit.at/trend-report/ zur Verfügung.